Ab wann darf ein Baby sitzen? – Alles was du wissen musst!

Ab wann darf ein Baby sitzen? – Alles was du wissen musst!

Als größten Meilenstein im Leben eines Kindes haben die Eltern meistens den Moment im Kopf, wenn der Nachwuchs zum ersten Mal spricht oder die ersten Schritte geht. Dabei ist der Moment, indem dein Baby zum ersten Mal alleine sitzen kann, mindestens genauso aufregend.

Dein Baby bekommt durch das selbstständige Sitzen neue Einblicke in die aufregende Welt. Es nimmt seine Umgebung plötzlich durch einen anderen Blickwinkel war. Dein Baby kann durch den neuen Meilenstein aktiv an seinem Umfeld teilnehmen. Zuvor hat dein Kind wahrscheinlich oft auf dem Rücken gelegen. In dieser Haltung konnte es außer der Decke oder dem Himmel nicht viel von seinem Umfeld sehen.

Plötzlich sieht dein Kind was in seiner Umgebung los ist und kann gezielt nach Dingen greifen. Das Sitzen ist für dein Baby eine neue Erfahrung und stellt einen großen Schritt in seiner Entwicklung dar.

Der Lernprozess

ab Bild 2 wann darf ein baby sitzen

Der Weg zum selbstständigen Sitzen ist lang. Dein Kind muss viel üben, bis es die Kraft hat von allein sitzen zu können. Dafür sind bestimmte motorische Fähigkeiten notwendig. Bevor dein Kind alleine sitzen kann, muss es lernen, den Kopf aus eigener Kraft stützen zu können. Dies kannst du vor allem in Bauchlage hervorragend mit deinem Baby üben.

Es gibt unterschiedliche Wege, um das Sitzen zu lernen. Manche Kinder ziehen sich an der Couch, am Tisch, etc. nach oben und landen dann im Sitz. Andere wiederum lernen sich aus dem Vierfüßler Stand in eine Sitzhaltung zu schieben. Um sitzen zu können, benötigt dein Kind eine starke Bauchmuskulatur. Jedes Baby entwickelt sich dabei unterschiedlich schnell.

Um sich in eine Sitzhaltung zu bewegen, muss zudem die Armmuskulatur stark genug sein. Nur so kann sich dein Baby aus der Bauchlage in den Sitz drücken. Animiere dein Kind dazu sich hochzudrücken. Es gibt Kinder, die können bevor sie sitzen können schon krabbeln. Es gibt dann meist für das Kind keinen Grund das Sitzen zu erlernen, weil es durch die Krabbel Bewegung alles sehen kann, was es möchte.

Die Wirbelsäule spielt beim Erlernen der Sitzhaltung eine wichtige Rolle. Die Wirbelsäule formt sich erst im Laufe der kindlichen Entwicklung. Nach der Geburt ist die Wirbelsäule deines Kindes noch sehr rund geformt. Erst mit der Zeit nimmt diese langsam die bekannte Form an. Das Heben des Kopfes ist ein wichtiger Schritt dahin. Je stärker die Rückenmuskulatur wird, desto mehr wird sich die Wirbelsäule formen.

Wunder dich nicht, falls dein Kind am Anfang ein starkes Hohlkreuz hat. Das ist normal. Die Wirbelsäule wird sich mit der Zeit in die Doppel S Form begradigen. Gib deinem Baby die benötigte Zeit.

Der richtige Zeitpunkt

Ab wann dein Kind sitzen kann, hängt von der Geschwindigkeit der Entwicklung ab. Jedes Kind ist unterschiedlich. Manche können früher sitzen, andere erst später. Die meisten Kinder beginnen zwischen dem 7. und 8. Monat mit anfänglichen Sitzversuchen. Spätestens sollte dein Kind jedoch bei der Vollendung seines ersten Lebensjahres sitzen können. Ist dies nicht der Fall, bespreche dich unbedingt mit deinem Kinderarzt.

Vor allem am Anfang des Lernprozesses braucht dein Baby beim Sitzen jedoch noch Unterstützung, um nicht umzukippen. Du kannst dein Kind auf deinem Schoß sitzen lassen. Achte darauf, dass du jedoch nur eine unterstützende Funktion einnimmst. Du verhinderst ansonsten die Entwicklung der Muskulatur deines Nachwuchses.

Vielen Kindern hilft es, wenn sie von den Eltern hingesetzt werden. Es ist für dein Kleinkind einfacher die Position zu halten, als sich aus eigener Anstrengung in die Sitzhaltung zu schieben. Gebe deinem Kind Hilfestellung, wenn es diese benötigt. Achte aber zwingend darauf, dass du es damit nicht übertreibst. Die Muskulatur deines Babys muss sich noch entwickeln. Nehme deinem Baby deshalb nicht zu viel Arbeit ab. Bespreche Auffälligkeiten jederzeit mit deinem Kinderarzt. Er wird die Entwicklung deines Kindes bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen überprüfen und kann dir Auskunft darüber geben, was in der Norm liegt.

Hilfestellung für dein Kind

Experten empfehlen, dass Kinder sich selbst ausprobieren sollen. Auch, wenn du deinem Kind helfend unter die Arme greifen willst. Lasse es! Dein Kind wird die perfekte Sitzhaltung schnell alleine lernen. Dies ist sogar wichtig, um die Entwicklung der Muskulatur zu fördern.

Dein Kind wird das Sitzen sogar schneller lernen, wenn du auf deine Hilfe verzichtest. Die Muskulatur deines Babys gewöhnt sich ansonsten schnell an die Unterstützung und die Entwicklung verlangsamt sich dadurch. Die Muskeln und Knochen deines Babys haben vor allem in dieser prägenden Zeit viel Arbeit vor sich. Dies ist nötig um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten.

Beim Sitzen geht es übrigens nicht nur um die Entwicklung von Muskulatur, der Sehnen, Knochen und Bänder. Der Lernprozess unterstützt die geistige Entwicklung deines Nachwuchses. Gebe deinem Kind den benötigen Freiraum, um sich selbst zu entdecken und die neuen Fähigkeiten alleine zu lernen.

Du kannst dein Kind motivieren und ihm damit die nötige Unterstützung bieten. Es wird jedoch einiges an Übung brauchen bis dein Kind so weit ist. Sei geduldig mit ihm und dir selbst. Neben dem Erlernen des Sitzens lernt dein Kind Körperteile neu kennen. So wird es durch das Sitzen begreifen, dass seine Hände nicht nur greifen können, sondern auch eine hervorragende Stütze bilden.

Es gehört übrigens dazu, dass dein Kind hinfällt. Das ist für dich wahrscheinlich schmerzhafter mit anzusehen als es sich für dein Baby anfühlt. Kleinkinder sind hart im Nehmen und lassen sich so schnell nicht unterkriegen.

Einbindung in den Alltag

Sobald dein Kind das Sitzen erlernt hat, bietet es sich an es in einen Hochstuhl zu setzen. Dein Kind kann somit zusammen mit den anderen Familienmitgliedern mit am Tisch essen und nimmt dadurch aktiv am Familienleben teil.

Nicht nur für dein Baby wird dadurch glücklich sein, sondern wahrscheinlich du auch. Du siehst dein Kind heranwachsen. Das gemeinsame Essen ist auch für dich ein großer Schritt. Neben dem Teilhaben am Familienleben, wird dein Baby durch die Teilnahme am Familienessen plötzlich auch mehr Interesse an fester Nahrung zeigen.

Nicht nur du wirst dein Baby beim Essen beobachten, auch dein Kind wird dich genau im Blick haben und viel von dir lernen können. Das Interesse deines Babys wird dadurch geweckt.

Bevor du dein Kind in den Hochstuhl setzt, achte aber unbedingt darauf, dass dieser fest am Boden steht. Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich dein Kind im Hochstuhl aktiv bewegen wird. Lasse dein Kind allerdings vor allem am Anfang nicht zu lange im Hochstuhl sitzen. Die Muskulatur kann durch zu langes Sitzen in einem Stuhl geschwächt werden.

Folgen von Fehlhaltungen

Es ist verständlich, dass du es als Mutter oder Vater kaum abwarten kannst bis dein Nachwuchs endlich sitzen kann. Das Sitzen des Kindes ist für beide Seiten unglaublich aufregend. Vermeide es unbedingt den Lernprozess zu beschleunigen. Dies könnte schlimme Folgen für dein Kind haben.

Bei zu viel Unterstützung seitens der Eltern kann dein Kind später an schwerwiegenden Haltungsschäden leiden. Solange dein Kind die Sitzposition noch nicht alleine halten kann, sollte es auch nicht dazu gezwungen werden. Eine Fehlstellung müsste dann sogar therapeutisch behandelt werden.

Lasse dein Kind selbst entscheiden, wann es so weit ist. Es wird sich die benötigte Hilfe selbst suchen. Dabei wird es entweder auf dich zukommen oder sich von selbst zum Beispiel an Tischbeinen oder dem Sofa hochziehen.

Ziehe deinen Nachwuchs unter keinen Umständen an den kleinen Ärmchen nach oben. Du schwächst damit nicht nur die Muskulatur, sondern unterbindest auch eine gesunde Entwicklung. Die Muskeln müssen sich durch deine Hilfe nicht selbst anstrengend und bleiben deshalb schwach.

Es ist okay, wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Fehler gehören zum Entwicklungsprozess dazu und sind deshalb vollkommen normal. Setze dein Kind nicht unter Druck. Mit Druck wirst du nur das Gegenteil erreichen. Lasse deinen Nachwuchs sich selbst ausprobieren und das machen, was ihm Spaß macht. Haben Kinder Spaß an etwas gefunden, steigt die Tendenz, dass sie es von ganz alleine wiederholen.

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