Blutige Brustwarzen beim Stillen – Ursachen und Hilfe

Blutige Brustwarzen beim Stillen – Ursachen und Hilfe

Bestimmt hast du schon oft genug gehört, dass Stillen das Beste für dein Baby ist, aber deine Brustwarzen sind so wund, dass es schon blutet, und du weißt einfach nicht mehr was du machen sollst? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel haben wir die häufigsten Ursachen sowie viele hilfreiche Tipps und Tricks gegen blutigen und wunde Brustwarzen gesammelt.

Was tun bei blutigen Brustwarzen?

bild 1 blutige brustwarzen durch stillen

Natürlich solltest du dir bei ernsthaften Beschwerden und Schmerzen am besten Hilfe von deinem Arzt, deiner Hebamme oder einer Stillberaterin holen.

Diese sind bestens ausgebildet und haben oftmals schon jahrelange Erfahrung mit diesen und vielen anderen Stillproblemen gesammelt.

Keine Mutter sollte extreme schmerzen beim Stillen oder gar blutige Brustwarzen aushalten müssen. Denn auch dein Wohlergehen als Mama ist wichtig und sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Wodurch kommen wunde Brustwarzen?

Ja, manchmal sind die Brustwarzen empfindlich und gerade am Anfang muss sich jede Mutter erst noch an das ständige Saugen gewöhnen. Aber richtig schmerzende und blutende Brustwarzen sollten normalerweise nicht passieren.

Eine der häufigsten Ursachen für wunde Brustwarzen oder sogar blutige Brustwarzen ist ein falsches Anlegen beim Stillen. Denn eigentlich sollte Stillen nicht wehtun.

Zum Beispiel kann es vorkommen, dass dein Baby beim Anlegen den Mund nicht weit genug aufmacht und einen zu kleinen Teil deiner Brust in den Mund bekommt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es beim Ansaugen deine Brustwarze mit der Zunge gegen den harten Gaumen quetscht, was schnell zu wunden Brustwarzen und schlussendlich auch zu rissigen oder sogar blutigen Brustwarzen führen kann.

Stillen ist eine wunderbare Art für Mütter die Bindung zu ihrem Baby aufzubauen und zu stärken. Aber setz dich nicht unter Druck, wenn das bei dir und deinem Baby einfach noch nicht so richtig klappen will. Oftmals braucht es einige Wochen, manchmal sogar Monate, bevor Mutter und Kind sich in ihrer Still Beziehung eingefunden haben. Gerade beim ersten Kind und am Anfang der Stillzeit kommt es bei vielen Müttern oftmals zu Schmerzen beim Stillen und wunden oder gar blutigen Brustwarzen. Wenn es dir also gerade auch so geht, bist du auf jeden Fall nicht die Einzige, und es wird bestimmt bald besser werden!

Was hilft schnell gegen wunde Brustwarzen?

Stillen sollte eine entspannte und schöne Zeit für dich und dein Baby sein. Da haben wunde Brustwarzen nichts zu suchen. Sollte es trotzdem mal dazu gekommen sein, dass deine Brustwarzen schmerzen, weil sie wund sind, kannst du diese Tipps ausprobieren um eine schnelle Heilung und Verbesserung zu bewirken.

Schon bald solltest du wieder schmerzfrei Stillen können.

Hier 8 hilfreiche Tipps und Hausmittelchen für schnelle Hilfe bei wunden oder blutigen Brustwarzen

Weiterstillen

Erst mal ist es wichtig zu wissen, dass du deshalb nicht mit dem Stillen aufhören solltest, denn das könnte zu weiteren Problemen wie z.B. Milchstau und darauffolgenden Brustentzündungen führen.

Muttermilch

Ja du hast richtig gelesen, das kann dir auch deine Hebamme bestätigen. Als allererstes solltest du bei wunden Brustwarzen einfach ein paar Tropfen deiner eigenen Milch darauf geben und das Ganze an der Luft einwirken und trocknen lassen. Das Gute hierbei ist, dass du nichts kaufen musst. Einfacher und günstiger gehts also kaum.

Weite bequeme Kleidung

Je luftiger du angezogen bist, desto schneller können sich deine wunden Brustwarzen erholen. Erstens kann reibender Stoff auch zu wunden Brustwarzen führen, zweitens heilen Wunden allgemein an der Luft schneller. In der Apotheke kannst du außerdem auch Brustwarzenschoner bekommen, die auch helfen können.

Still Einlagen

Probiere Still Einlagen zu tragen, diese saugen auslaufende Milch auf und halten deine Haut trocken. Ständige Feuchtigkeit kann nämlich auch schnell zum Wundsein führen. Damit diese aber auch richtig funktionieren können und nicht selbst zum Problem werden, musst du darauf achten sie regelmäßig zu wechseln. Besonders empfehlenswert sind in der Kategorie wiederverwendbare Still Einlagen die aus Wolle-Seide, da sie wunderbar weich und atmungsaktiv sind und sogar antibakteriell wirken können.

Hautpflege

Bei blutigen Brustwarzen helfen sogenannte Hydrokolloid-Pads, da sie nicht an der Haut kleben bleiben und der Heilungsprozess somit schneller geht. Abgesehen von den Gel-Pads kann man auch verschieden Salben und Cremes verwenden, um die Wundheilung zu fördern. Diese enthalten als Hauptbestandteil oftmals Johanniskraut oder Ringelblume. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Brustwarze wund werden kann auch eine Schicht Wollfett nicht schaden. Das sogenannte Lanolin wird schon seit jeher für diese und ähnliche Probleme verwendet und sogt dafür das die Haut schön geschmeidig wird und es auch bleibt.

Kompressen

Diese bekommst du unter anderem in fast jeder Drogerie oder auch Apotheke. Lager die Kompressen im Kühlschrank um eine noch bessere Wirkung zu erhalten.

Schonen

Probiere pro Stillmahlzeit jeweils nur eine Brust zu geben, damit deine Brustwarzen mal eine Pause bekommen und sich erholen können. Auch vorübergehend verwendete Stillhütchen können zur Entlastung beitragen. Diese sollten jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden, da es in seltenen Fällen dazu führen kann, dass nicht genügend Stillhormone gebildet werden. Auch sogenannte Brust-Donuts oder Brustschalen sind hilfreich, da sie zur Schonung der Brustwarzen beitragen, indem sie das Eindrücken oder Abknicken der empfindlichen Brustwarzen verhindern. Dadurch kann die Durchblutung und die Wundheilung positiv beeinflusst werden.

Schmerzmittel

Wenn alles nicht hilft, weil die Schmerzen einfach zu stark sind, ist es auch vollkommen okay zu Schmerzmitteln zu greifen. Hierbei musst du natürlich darauf achten, dass es für stillende Mütter zugelassen ist. Wende dich in diesem Fall am besten erst mal an deinen Arzt oder deine Hebamme um herauszufinden welches Schmerzmittel für dich am besten geeignet ist.

Andere Gründe für Blut in der Muttermilch

Gerade in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt merken Mütter, die ihre Muttermilch abpumpen oder ausstreichen, dass ihre Muttermilch plötzlich rosa wird. Ganz ohne wunde oder rissige Brustwarzen. Meist ist dies kein Grund zur Sorge. Es gibt nämlich einige unbedenkliche Gründe, die ganz ohne äußerliche Verletzungen zu Blut in der Muttermilch führen können.

  • Einer der häufigsten Gründe für Blut in der Muttermilch ohne verletzte Brustwarzen ist die sogenannte “Gefäßüberfüllung”. Am meisten passiert dies bei Frauen, die ihr erstes Baby bekommen haben. Hierbei ereignen sich zwei Dinge zeitgleich. Und zwar kommt es gleichzeitig zu einer erhöhten Durchblutung des Brustgewebes und der beschleunigten Entwicklung der Milchdrüsen in der Brust, was in der Kombination schnell zu einer leichten inneren Blutung in der Brust führen kann. Normalerweise passiert dies rund um den Milcheinschuss und sollte im Regelfall nach drei bis sieben Tagen auch wieder von allein abklingen. Oftmals haben die Frauen sonst keinerlei Beschwerden und in den meisten Fällen sind hierbei beide Brüste gleich stark betroffen.
  • Ein weiter Grund für Blut in der Muttermilch können gutartige Tumore, auch Papillome genannt, sein. Diese befinden sich meistens innerhalb der Milchgänge und Fibrome und sind nicht wie andere Tumore in der Brust ertastbar, da sie keine Verhärtungen bilden. Andere Symptome, die hiervon betroffene Frauen gelegentlich haben sind Schmerzen und Unwohlsein. Auch hierbei hört das Bluten oftmals plötzlich und ohne Behandlung wieder ganz von selbst auf.
  • Auch geplatzte Kapillare im Brustgewebe können zu Blut in der Muttermilch führen. Dies kann passieren, wenn man die Milchpumpe falsch eingestellt hat oder die Brust aus anderen Gründen zu roh behandelt wird.
  • Brustkrebs kann ebenfalls möglicherweise zu Blutungen innerhalb der Brust führen. Im Vergleich zu den anderen Ursachen ist diese jedoch sehr selten der Fall. Auffällig ist hierbei außerdem, dass es bei Brustkrebs meist nur zu einseitiger Blutung kommt.

Bei den oben aufgeführten Ursachen ist es wichtig zu wissen, dass das Blut in der Muttermilch deinem Baby in den meisten Fällen nicht schaden sollte und du ohne Bedenken Weiterstillen kannst und solltest, solange dein Baby die Brust annimmt.

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