Hafermilch selber machen

Hafermilch selber machen

Sicherlich hast du auch bemerkt, dass es inzwischen schon ein sehr großes und variantenreiches Angebot an pflanzlicher Milch gibt. Und das ist echt toll – so viele vegane Alternativen!

Oft sind den Pflanzendrinks jedoch unnötig viel Zucker, Stabilisatoren und auch andere Zusatzstoffe zugesetzt. Deswegen solltest du immer einen kontrollierenden Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe riskieren. Wenn du deine Hafermilch selber herstellst, kannst du dir hingegen umso sicherer sein, dass keine unerwünschten Zutaten in die Milch kommen!

Und: ist es wirklich nachhaltig Lebensmittel zu kaufen, die man theoretisch auch ganz einfach selber zubereiten kann? Besonders die Herstellung von Hafermilch ist total easy, komplett nachhaltig und du hast Zero-Waste, denn sie besteht aus Haferflocken und Wasser und der Verpackungsmüll gehört der Vergangenheit an! Die Rückstände der Haferflocken kannst du anschließend weiter verarbeiten, zum Beispiel zu Brot – aber da haben wir für dich im weiteren Verlauf auch noch ein paar inspirierenden Ideen.

Hafermilch als Alternative zur Kuhmilch und zu anderen Pflanzendrinks

Aber warum ausgerechnet Hafermilch als Kuhmilchersatz und als Alternative für andere Pflanzendrinks, fragst du dich sicher. Die Auswahl ist schließlich riesig!

Vergleichsweise sprechen tatsächlich einige Punkte für die Hafermilch. Zum Beispiel, dass die Hafermilch, wie auch ihre anderen Kollegen unter den Pflanzendrinks, vegan ist. Im Gegensatz zur tierischen Milch ist sie ganz natürlich cholesterinfrei und frei von tierischen Eiweißen und tierischen Fetten.

Im Vergleich zu den anderen pflanzlichen Milchalternativen sticht bei der selbstgemachten Hafermilch vor allem der günstigere Preis ins Auge. Haferflocken sind im Handel relativ günstig erhältlich. Nüsse dagegen haben einen eher stolzen Preis. Wenn du also ein Sparfuchs bist und auf dein Geld achten möchtest, empfiehlt sich hier der Griff zu den preiswerten Haferflocken.

Eingepackt und gekauft – dann kann es mit der Herstellung von Hafermilch auch schon losgehen!

Wie fängt man am besten an?

Du möchtest deine Hafermilch selber herstellen, aber fragst dich: „Wie geht das bloß?“, „Ist das nicht voll kompliziert?“ oder „Kann ich das denn auch ohne High-End-Maschinen?“.

Mach dir keine Sorgen, denn Hafermilch selber herzustellen ist gar nicht schwer. Ein Hochleistungsmixer ist auch nicht notwendig. Was du alles benötigst ist wirklich simpel.

Hier haben wir dir eine Liste der benötigten Utensilien erstellt:

  • Nussmilchbeutel (alternativ geht aus ein feines Sieb)
  • Mixer (herkömmlicher Stabmixer reicht aus, Standmixer geht natürlich auch)
  • Messbecher und Schüssel
  • Küchenwaage
  • Trichter (zum Befüllen)
  • Behältnis zum Aufbewahren der Hafermilch (hier bietet sich eine verschließbare Glasflasche an)

Nun geht´s an die Milch:

Hier haben wir ein super einfaches und schnelles Rezept um Hafermilch selber herzustellen. Wenn du es selber schonmal ausprobiert hast, kann es sein, dass die Konsistenz deiner Hafermilch etwas schleimig war, so wie bei einem guten Porrigde etwa. Das kann passieren, wenn die Temperatur der Milch ansteigt. Um dem vorzubeugen, haben wir für dich einen tollen Tipp:

Benutze für die Herstellung deiner Hafermilch am besten eiskaltes Wasser und falls dein Mixer auch Eiswürfel händeln kann, darfst du gerne einige Eiswürfel beim Mixvorgang dazugeben. Dadurch verhinderst du die leichte Erwärmung, die sich durch das Mixen ergibt.

Die Zutatenliste wird recht überschaubar sein, denn mehr als Wasser und Haferflocken brauchst du eigentlich gar nicht, um deinen Haferdrink selber zu machen. Naja gut, vielleicht noch die ein oder andere Zutat um deine eigene Hafermilch zu verfeinern.

Na dann lass uns mal anfangen!

Du benötigst für 1 Liter Hafermilch:

  • 1 Liter kaltes Wasser (Basis)
  • 75 Gramm Haferflocken (Basis)
  • eine Prise Salz (optional)
  • Agavendicksaft zum Süßen (optional)
  • Vanilleextrakt (optional)

Anleitung

  1. Nimm dir die Schüssel und fülle die Haferflocken und den Liter Wasser hinein. Anschließend alles einmal schön mit dem Pürierstab durchmixen.
  2. Jetzt kannst du die Prise Salz und nach Belieben den Agavendicksaft oder auch ein anderes Süßungsmittel deiner Wahl hinzugeben. Falls du ein Fan von Vanille bist, dann gib jetzt auch das Vanilleextrakt hinzu.
  3. Wieder alles durchmischen und ca. 1 Minute auf der höchsten Stufe pürieren.
  4. Nimm dir nun den Nussmilchbeutel und halte diesen über einen Auffangbehälter (du könntest einfach den bereits verwendeten Messbecher nehmen). Dann füllst du die pürierte Masse hinein.
  5. Die Hafermilch sammelt sich nun in dem Behälter und die Haferreste verbleiben in dem Nussbeutel. Nachdem von alleine so gut wie keine Flüssigkeit mehr austritt, wringst du den Nussbeutel noch kräftig aus. Du wirst dich wundern, wieviel Milch da noch rauskommt!
  6. Nimm dir jetzt dein Aufbewahrungsbehältnis. Falls du dich für eine Flasche entschieden hast, arbeitest du am saubersten, wenn du sie mit Hilfe des Trichters befüllst.
  7. Ab in den Kühlschrank mit deiner Hafermilchkreation!

Tipps:

  • Falls du kein Nussmilchbeutel parat hast, kannst du auch ein Passiertuch oder einfach eine sauberes Geschirrtuch für die Filtration benutzen.
  • Gewürze wie die zum Beispiel schon im Rezept verwendete Vanille oder auch Kurkuma und Zimt bringen eine exquisite Geschmacksnote in deinen Haferdrink. Probiere einfach mal aus!
  • Wenn die Konsistenz des Haferdrinks zum Schluss für deinen Geschmack zu dickflüssig sein sollte, kannst du einfach noch etwas Wasser hinzugeben. Das hilft übrigens auch, falls die Hafermilch über Nacht etwas eindickt.
  • Eine luftdichtverschlossene Hafermilch hält sich im Kühlschrank in etwa 3 Tage.
  • Falls du versehentlich zu viel Hafermilch für dich gemacht hast, kannst du den Haferdrink einfach in Eiswürfelformen füllen. Nachdem sie eingefroren sind, kannst du sie aus den Formen lösen und alle Eiswürfel zusammen in einem Gefrierbehälter aufbewahren: So kannst du den Haferdrink bei Bedarf ganz einfach auftauen.

Barista-Hafermilch selber machen

Wenn du lieber aufschäumbare Barista-Hafermilch herstellen möchtest, funktioniert das im Prinzip genauso, wie in dem Rezept für Hafermilch, nur dass du zusätzlich 1 EL Sonnenblumenöl und 1 TL Lecithin hinzufügst und alles nochmal gründlich pürierst. Lecithin aus Soja oder auch Sonnenblumenkernen ist online oder im Bioladen erhältlich und ist notwendig, damit die Barista-Hafermilch nicht entmischt oder ausflockt. Du kannst deine selbst hergestellte Barista-Hafermilch dann wie eine handelsübliche Barista-Milch verwenden und aufschäumen.

Zero-Waste

Wie schon erwähnt, fällt bei der Herstellung von Hafermilch kein Abfall an. Was übrig bleibt ist der Hafermilch-Trester. Dieser ist reich an Ballast- und Nährstoffen und somit viel zu schade um im Abfalleimer zu landen. Es gibt etliche Möglichkeiten, zu was du ihn weiterverarbeiten kannst:

Veganer Brotaufstrich

Aufgrund der Konsistenz, eignet sich der Hafermilch-Trester hervorragend für die Zubereitung eines pflanzlichen Brotaufstrichs. Dem Trester kannst du nun verschiedene Gewürze, klein gestückelte Tomaten, Paprika, Gurke, Zwiebeln, Knoblauch oder was auch immer du magst hinzufügen. Setz deiner Kreativität keine grenzen!

Beauty-Pflege

Haferflocken enthalten viele hautpflegende Inhaltsstoffe und daher eignet sich der Trester der Hafermilch sehr gut als eine pflegende Gesichtsmaske und für ein sanftes Peeling. Dem Trester kannst du gerne andere Zutaten hinzufügen, wie zum Beispiel einen Schuss Olivenöl, Avocado, Quark, geriebene Gurke. Wenn du es auf dein Gesich aufträgst wirst du einen sanften Peelingeffekt wahrnehmen. Lass das ganze noch ein paar Minuten als natürliche und pflegende Maske in deinem Gesicht einwirken.

Für Smoothies und Müsli

Der Hafermilchtrester stellt eine besonders ballaststoffreiche Ergänzung für dein Frühstück dar. Um den Trester als Topping für deinen Müsli zu verwenden, kannst du ihn vorher etwas am besten etwas austrocknen lassen, musst du aber nicht. Jetzt einfach drüber streuen oder den Trester mit anderen Smoothie-Zutaten in den Mixer geben.

Haferkekse

Deinen Hafermilchtrester kannst du auch zu leckeren Haferkeksen weiterverarbeiten. Als Basiszutat funktioniert der Trester mit noch ein paar zusätzlichen Haferflocken, etwas Agavendicksaft und ein bisschen Speiseöl. Du kannst je nachdem ob die Kekse süß oder herzhaft werden sollen weitere Zutaten hinzufügen.

Hundekekse

Auch bei Hunden fördern die reichhaltigen Ballaststoffe des Hafermilchtresters die gesunde Verdauung. Back deinem vierbeinigen Liebling daher gerne auch aus Trestern von Nüssen und Sonnenblumenkerne leckere Hundekekse. Hinweis: Benutze hier nur Zutaten, bei denen du dir sicher sein kannst, dass dein Hund sie verträgt!

Wusstest du eigentlich, dass…

wenn man es genau nimmt, Hafermilch gar nicht Hafermilch heißt, sondern Haferdrink? Dies gilt für jeden pflanzlichen Milchersatz aus Getreide oder Nüssen, wie zum Beispiel bei dem Sojadrink, Mandeldrink, Dinkeldrink, Reisdrink, welche dennoch oft als „Milch“ bezeichnet werden.

Jedoch dürfen die Hersteller ihre Produkte nicht als „Milch“ deklarieren, weil es sich bei „Milch“ um einen in der EU geschützten Begriff handelt. Als „Milch“ dürfen nur Produkte bezeichnet werden, die durch Melken aus einem Euter gewonnen werden. Dazu zählen neben der Kuhmilch auch Schaf- oder Ziegenmilch.

Ausnahme: Das einzige Getränk, das als Milch bezeichnet werden darf und nicht aus einem Euter kommt, ist die Kokosmilch.

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