Warum weint mein Neugeborenes immer abends?

Warum weint mein Neugeborenes immer abends?

Dein Baby schreit abends hysterisch und ist kaum zu beruhigen? Dann bist du in guter Gesellschaft. Viele Babys machen diese sogenannte Schreiphase durch und die meisten frisch gebackenen Eltern sind überrascht und auch überfordert mit der Tatsache, dass in dieser Phase oftmals nichts wirklich zu helfen scheint. In diesem Artikel haben wir einige Informationen gesammelt, die dir dabei helfen können, das Verhalten deines Babys zu verstehen und die möglichen Ursachen hierfür herauszufinden.

In diesem Artikel wird davon ausgegangen, dass dein Baby gesund ist, gut trinkt und sich normal entwickelt. Wenn dein Baby eine Frühgeburt war oder du dir unsicher bist, ob es genug trinkt und sich altersgerecht entwickelt, solltest du dich an deinen Kinderarzt oder deine Hebamme wenden.

Wann fängt die Schreiphase an?

Wenn sie nicht gerade trinken, schlafen Babys in den ersten Tagen nach der Geburt die meiste Zeit. Dies ist praktisch, da Mama und Baby somit ein wenig Zeit haben, sich von der Geburt zu erholen.

Viele Babys fangen jedoch nach 10-14 Tagen plötzlich an, nachmittags oder abends scheinbar ganz ohne Grund zu schreien. Dieses Geschrei dauert oftmals bis zu 1-2 Stunden an und kann gerade bei neuen Eltern zu viel Unsicherheit führen. Natürlich wollen alle Eltern, dass es ihrem Baby gut geht und weinen deutet nun mal eher auf das Gegenteil hin.

Viele Fragen sich in dieser Zeit auch, ob es sich bei ihrem Kind vielleicht einfach um ein Schreibaby handelt. Das ist jedoch meist nicht der Fall. Von einem Schreibaby spricht man erst, wenn es pro Tag mehr als drei Stunden am Stück schreit und das Ganze an mehr als 3 Tagen pro Woche und länger als 3 Wochen am Stück.

Alles andere ist höchstwahrscheinlich einfach nur eine Phase, die viele Babys durchlaufen. Normalerweise hört diese Phase des intensiven Weines nach ca. 6-8 Wochen auch wieder auf.

Also Kopf hoch, es wird auch wieder besser werden!

Warum werden Babys abends so oft unruhig?

Schon schwangere Frauen bemerken oft, dass ihr ungeborenes Baby am aktivsten zu sein scheint, wenn sie sich vor dem Schlafengehen hinlegen. Dies könnte daran liegen, dass Babys am besten schlafen, wenn die Mama sich bewegt, da das sanfte Schaukeln beim Einschlafen hilft. Legt sich die Mama aber dann abends ins Bett, ist das schöne Geschaukel vorbei und der kleine Bauchbewohner wird wach und strampelt munter herum. Manchmal so heftig, dass die Mama nun selber nicht mehr einschlafen kann.

Neugeborene setzen dieses Muster des abendlichen Wachseins in den ersten Wochen nach der Geburt häufig fort. Dann, mit ungefähr 6 Wochen, lernen die meisten Babys langsam, dass die Nacht zum Schlafen gedacht ist, was aber nicht heißt, dass sie nachts nicht mehr trinken wollen. Das nächtliche Durchschlafen kommt meist erst später, da Babys einfach noch nicht so viel auf einmal trinken können und somit nachts einfach noch hungrig beziehungsweise durstig werden.

Du kannst deinem Baby helfen, den Unterschied zwischen Tag und Nacht zu lernen, indem du probierst, es tagsüber dem natürlichen Sonnenlicht auszusetzen und nachts das Schlafzimmer schön ruhig und dunkel zu halten.

Warum schreit mein Baby jeden Abend?

Wenn dein Baby tagsüber ein Engel ist, abends oder nachts aber plötzlich anfängt, scheinbar grundlos zu schreien, seid ihr wahrscheinlich mitten in der sogenannten Schreiphase.

Bei manchen Babys startet diese kurz vor dem Abendessen bei anderen später, aber egal wann es genau startet, das Ergebnis ist fast immer gleich. Das Baby lässt sich einfach nicht beruhigen. Weder Tragen noch Schnuller, Fläschchen oder Stillen scheinen zu helfen. Dabei war doch gerade eben noch alles Friede, Freude, Eierkuchen und auch sonst scheint es deinem Baby eigentlich an nichts zu fehlen.

4 Gründe für das abendliche Schreien

Auch wenn die Schreiphase etwas ist, dass die meisten Babys in den ersten Lebensmonaten durchleben, gibt es einige Dinge, die sich mittlerweile als eventuelle Gründe für das sich wiederholende abendliche Schreikonzert herausgestellt haben.

1. Überreizung

Oftmals können das abendliche Weinen und die Probleme beim Einschlafen darauf zurückzuführen sein, dass dein Baby schlichtweg überreizt ist.

In den ersten paar Lebensmonaten können Babys sich in keiner Weise selber Beruhigen und neue Eindrücke können sie schnell mal überfordern.

Stell es dir so vor: Dein Baby ist ganz neu auf dieser Welt und nimmt all diese neuen erstaunlichen Anblicke, Gerüche und Gefühle auf. Das kann schnell zu viel werden und Babys reagieren in solchen Situationen nun mal, indem sie jammern, weinen und schreien, da sie sich noch nicht anders ausdrücken können.

Wenn du denkst, dass dein Baby einfach vom Tag und den vielen neuen Eindrücken überreizt ist, kannst du probieren, es zu beruhigen, indem du probierst, so viele Reize wie möglich zu entfernen. Gehe mit deinem Baby ins Schlafzimmer, dimme das Licht und lege dich mit deinem Schatz hin. Wenn du das Gefühl hast, dass es herumgetragen werden möchte, kannst du das natürlich auch tun.

Hör auf dein Bauchgefühl. Manche Babys beruhigen sich z.B. auch, wenn sie in ein Tuch gepuckt werden, andere lieben es, wenn der Staubsauger brummt.

2. Übermüdung

Auch Übermüdung kann dazu führen, dass dein Baby abends schreit. Probiere die frühen Müdigkeitssignale deines Babys wahrzunehmen. Diese könnten Augenreiben, Gähnen oder das Suchen nach der Brust sein.

Gerade am Anfang brauchen Babys auch tagsüber noch mindestens noch 2-3 Schläfchen.

Das nimmt dann nach den ersten paar Monaten langsam ab, bis es sich auf 1-2 Schläfchen einpendelt. Dafür geht dein Baby dann wahrscheinlich auch schon abends früher schlafen und wacht nachts nicht mehr so oft auf wie ganz am Anfang.

Es kann also nach und nach immer besser zwischen Tag und Nacht unterscheiden.

3. Bauchweh / Blähungen

Manchmal kann es auch einfach ein Pups sein, der quer sitzt und deinem kleinen Sonnenschein Bauchschmerzen verursacht. Klare Signale hierfür sind möglicherweise, wenn dein Baby sich windet oder beim Schreien die Beine immer anzieht.

Die Ursachen für Luft im Bauch können hastiges Trinken und beim Stillen ein falsches Andocken sein. Insgesamt schlucken die meisten Babys beim Trinken etwas Luft, was man aber mit regelmäßigem Bäuerchen halbwegs gut in den Griff bekommen kann.

Auch der sogenannte Fliegergriff, wo du dir dein Baby mit dem Bauch nach unten auf deinen Unterarm legst und sein Köpfchen in deiner Hand hältst, kann bei Bauchschmerzen helfen.

4. Wachstumsschub

Wenn dein Baby weint, sich aber an der Brust schnell wieder beruhigt, kann es sich auch um einen Wachstumsschub handeln.

Wenn dies der Fall ist, hast du vielleicht das Gefühl, dass dein Baby Tag und Nacht nur noch gestillt werden will und denkst vielleicht, dass du nicht genug Milch hast.

Aber keine Sorge. Dein Baby sagt deiner Milchproduktion einfach nur Bescheid, das jetzt mehr produziert werden muss und nach ein paar Tage sollte sich das ganze auch wieder auf ein normales Maß eingependelt haben.

Was tun, wenn Baby sich nicht beruhigen lässt?

Jedes Baby ist individuell, daher gibt es hier leider nicht eine Lösung, die für alle funktioniert. Hier kann man ganz nach dem Sprichwort „Lieber probieren als studieren“ verfahren. Wir haben aber natürlich ein paar Tipps und Tricks gesammelt, die bei vielen Babys geholfen haben. Hoffentlich ist da auch was für euch dabei.

1. Hautkontakt

Gerade bei sehr jungen Babys ist der Hautkontakt enorm wichtig und kann sehr schnell beruhigend wirken. Auch als „Känguru-Pflege“ bekannt, kann der Hautkontakt zwischen dir und deinem Kind nicht nur für dein Baby enorme Vorteile haben, sondern auch für dich selbst.

Es fördert die geistige Entwicklung deines Babys, hilft bei der Regulierung seiner Körperwärme und hilft euch beiden Stress zu reduzieren und zu entspannen. Sogar deiner Milchproduktion kann der Hautkontakt helfen.

2. Beruhigende Klangkulisse

Probiere mit weissem Rauschen, die Geräusche, die dein Baby aus dem Mutterleib kennt, nachzuahmen. Dies kann deinem Baby helfen, sich zu entspannen und beruhigt einzuschlafen.

In einem abgedunkelten Raum wirkt das Ganze noch besser.

3. Bäuerchen machen

Versuche dein Baby nach jeder Stillmahlzeit oder nach dem Fläschchen aufstoßen zu lassen. Dies kann helfen Luft im Bauch zu verhindern und zu weniger Bauchschmerzen bei der Verdauung führen.

Erzwinge es aber nicht, wenn es mal nicht klappt. Nicht jedes Baby bäuert nach jeder Mahlzeit und gerade nachts, wenn sie nach dem Trinken direkt einschlafen, ist es manchmal einfach schöner sie weiterschlafen zu lassen.

Jedes Baby ist da ganz individuell. Also guckt, was für euch passt.

4. Stillen

Wenn du stillst, weißt du, dass Stillen oft und gerade in den ersten paar Monaten die Lösung für viele Situationen ist. Denn Stillen ist mehr als nur Trinken.

Dein Baby ist vielleicht gar nicht hungrig oder durstig, sondern sucht manchmal einfach deine Nähe. Beim Stillen bekommt es diese. Es spürt deine Wärme, hört deinen Herzschlag und fühlt sich automatisch sicher und geborgen.

Auch das Saugen an sich beruhigt, und alle Babys haben ein ausgeprägtes Saugbedürfnis, deshalb heißen Babys ja auch Säuglinge.

Bei nicht gestillten Babys kann in solchen Situationen natürlich auch der Schnuller oder das Fläschchen helfen, besonders, wenn du es dabei auf den Arm nimmst.

Jede schwierige Phase geht auch wieder vorbei

Schon allein die Tatsache, dass du gerade diesen Text liest, zeigt, wie viele Gedanken du dir um das Wohlergehen deines Babys machst und dass du dein Bestes tust.

Es ist gar nicht so einfach die Bedürfnisse eines Neugeborenen zu erkennen und zu erfüllen, schließlich können sie sich am Anfang nur durch Schreien ausdrücken.

Aber keine Sorge. Diese schwierige Zeit wird vorbeigehen. Garantiert! Und ja, danach kommt bestimmt auch schon bald wieder die nächste schwierige Phase, denn so ist das mit Kindern. Doch dafür gibt es auch die schönen Momente wie z.B. das Wunder des ersten Lächelns, was auch irgendwann in den ersten Monaten auf euch zukommt.

Es gibt für Eltern nicht nur einen richtigen Weg, nicht nur eine richtige Art alles zu machen. Es gibt nur das, was für euch beide funktioniert. Babys kommen eben leider nicht mit einer Bedienungsanleitung.

Gerade diese Ungewissheit kann für Mamas und Papas in den ersten Wochen und Monaten Angst beängstigend sein. Aber im Laufe der Zeit werdet ihr euch immer besser kennenlernen und du wirst schon bald genau die Tricks herausfinden, die du benutzen kannst, um dein Baby schnell zu beruhigen.

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